Evangelische Perspektiven. Entnazifizierung in der evangelischen Kirche

Mai 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende, Deutschland befreit, Hitler besiegt. Auch die nationalsozialistische Ideologie? Die Kirchen sind auch damals Spiegel der Gesellschaft: zu ihnen zählen Nationalsozialisten, Mitläufer, Gleichgültige, Widerstandskämpfer. Umso schwerer die Aufarbeitung der Rolle der Kirche während des Nationalsozialismus. Denn die Mehrheit der Deutschen fühlte sich nach Kriegsende als «Opfer». Eine Stimmung, die in den Kirchen aufgegriffen wurde: Nur wenig kommt kurz nach Kriegsende von den Kriegsverbrechen und Konzentrationslager zur Sprache. Auch die Stuttgarter Schulderklärung vom 19. Oktober 1945 erläuterte die Verstrickung der evangelischen Kirche in den NS-Staat nur ansatzweise und wird zudem innerhalb der deutschen Protestanten vielfach kritisiert. Zuvor – im September 1945 hatte sich die Evangelische Kirche neu konstituiert: Als Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)