Evolution im Grossstadtdschungel
Die Antwort der Natur auf die Ausbreitung der Städte ist überraschend: Warum machen Welse im Fluss einer französischen Stadt systematisch Jagd auf Stadttauben am Ufer? Warum ändern Vogelweibchen auf einem Uni-Campus in Kalifornien plötzlich ihr Paarungsverhalten? Wie verkraften Mäuse im New Yorker Central Park die veränderte Kost aus menschlichen Essensabfällen? Wie konnten Killifische im Atlantik eine Resistenz gegen tödliche Chemieabfälle aufbauen? Ist eine Anpassung von Nachtfaltern an die nächtliche Lichtverschmutzung möglich? Neue Forschungen liefern überraschende Erkenntnisse zu Darwins Evolutionstheorie. Denn nirgendwo passen Tiere und Pflanzen sich so schnell an neue Lebensbedingungen an, wie ausgerechnet in Städten. Dass Tiere und Pflanzen neue Lebensräume in der Nähe des Menschen besetzen, wissen Biologen schon lange. Doch jetzt zeigen neue genetische Analysen, dass diesen Anpassungen auch deutliche Veränderungen der DNA zugrunde liegen: Evolution. Und anders, als man lange glaubte, geschehen diese Veränderungen nicht über Zeiträume von Jahrtausenden, sondern blitzschnell, innerhalb weniger Jahrzehnte
