Evangelische Perspektiven. Enthüllungen über Sex und Religion

Zwei Mal die Woche Sex, die Quote für das deutsche Durchschnittsbett fusst nicht allein auf den Berechnungen von Kondomherstellern. Nein, diese Empfehlung gab schon der Reformator Martin Luther aus. Er selbst zeugte in acht Jahren sechs Kinder. Das lasse auf ein reges Sexleben schliessen, meint die Philosophin Christine Eichel, die sich in ihrem Buch «Deutschland, Lutherland» mit dem Ex-Mönch beschäftigt hat. Für ihn sei sexuelle Erregung völlig natürlich gewesen. «Fliesst’s nicht ins Fleisch, so fliesst’s ins Hemd», soll er gesagt haben. Sex und Religion schliesst sich also keineswegs aus – auch wenn das das Studium des Kirchenlehrers Augustinus vermuten lässt. Der Islam ist nicht so sexfeindlich, wie man es ihm landläufig nachsagt, sagt der Islamwissenschaftler Ali Ghandour. Die Tantra-Religion schlechthin, der Hinduismus, lebt sich in Indien dagegen sehr viel prüder, als man es vielleicht vermuten würde: Schon Küssen ist in verwestlichten Grossstädten wie Mumbai oder Dehli ein absolutes NoGo