scobel: Gefühlte Wahrheit

Weil das Negative fasziniert, langweilt die gute Nachricht. Das nutzen Populisten und Extremisten gnadenlos aus. Auch durch die enorme Wirkmacht der sozialen Medien. Denn mit gefühlten Wahrheiten wird systematisch Angst und Stimmung gemacht. Die Welt ist sehr viel besser, als wir glauben. Zu dieser Erkenntnis kam vor Jahren der schwedische Gesundheitsforscher Hans Rosling. Mit Zahlen und Fakten kämpfte er bis zu seinem Tod 2017 gegen die «gefühlte Wahrheit». Die hat es inzwischen bis ins Weisse Haus geschafft und befeuert von dort aus die weltweite Verzerrung der Wahrnehmung. Dabei braucht die globalisierte Welt dringender denn je ein auf Fakten gestütztes gemeinsames Weltverständnis. Dass dieses verloren gegangen ist, dazu haben auch Medien, ohne es unbedingt zu wollen, mit beigetragen. Skandale, Katastrophen und andere negativen Schlagzeilen verbreiten sich heute in Windeseile. Vornehmlich über sie zu berichten, gehört zu jedem journalistischen Handwerkzeug. Die positive Meldung verkümmert dagegen zur Randnotiz