Marceline. Eine Frau. Ein Jahrhundert
Geboren in Paris als Marceline Rozenberg, wurde sie mit 15 Jahren gemeinsam mit ihrem Vater nach Polen deportiert. Er Auschwitz, sie Birkenau. Mit ihrem Roman «Und Du bist nicht zurückgekommen» hielt sie zeitlebens auch in Deutschland die Erinnerung an ihn wach. Marceline Loridan-Ivens (1928–2018) hatte sich bereits als Schauspielerin sowie als Ehefrau und Co-Autorin des niederländischen Filmemachers Joris Ivens einen Namen gemacht. Ein grausames Alleinstellungsmerkmal der zierlichen Frau war, dass sie nach ihrer Befreiung aus Birkenau einfach aufgehört hatte, zu wachsen. Mit ungeheurem Lebenshunger warf sich die Pariserin in die Künstlerszene der 1960er-Jahre, zu der sie bis zu ihrem Tod Verbindung hielt. In dem feinfühligen Film wird die alte Dame sowohl in ihrem Alltag als auch bei der Aufarbeitung ihrer Tagebücher beobachtet. Der Film zeichnet vor allem Loridan-Ivens Leben nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Ein gebrochenes Weiterleben in einer Welt, die nicht bereit war zu hören, was die Künstlerin erfahren und erlitten hatte
