37°. Wir ticken anders
Unkontrollierte Zuckungen, merkwürdige Töne, manchmal obszöne Ausbrüche: Menschen, die die Krankheit Tourette haben, erregen Aufmerksamkeit, meist negativ. Wie werden sie damit fertig? Menschen mit Tourette können ihre Ticks so wenig beeinflussen wie Gesunde einen Niesanfall. Das Umfeld reagiert häufig irritiert. Aber das Tourette-Syndrom ist keine komische Angewohnheit, sondern eine unheilbare, neuropsychiatrische Erkrankung. Das Tourettesyndrom tritt meist im Alter zwischen sechs und acht Jahren, fast nie nach dem 18. Lebensjahr auf. Nach der Pubertät können die Symptome schwächer werden, doch meistens bleiben sie dauerhaft. Die Ursachen sind bis heute nicht gefunden, sie können in einem gestörten Stoffwechsel im Gehirn liegen, aber auch genetisch bedingt sein. Die 18-jährige Pauline kann immer noch nicht fassen, wie sehr sich ihr Leben innerhalb eines Jahres verändert hat. Urplötzlich begannen die Ticks. Bei Bijan K. aus Darmstadt begannen als Grundschüler die ersten Ticks. Trotz der Krankheit hat der heute 30-Jährige sein Abitur und ein Volkswirtschafts-Studium abgeschlossen
