Friedrich II. – Der Stauffer
Kaum ein anderer Herrscher prägte das hohe Mittelalter so wie Friedrich II. von Hohenstaufen. Er war eine absolute Ausnahmegestalt auf dem römisch-deutschen Kaiserthron: Aufgewachsen im Vielvölkerstaat Sizilien, war seine Herrschaft von byzantinischen und normannischen Traditionen geprägt, die auch Juden und Muslimen ihre Freiräume liess. Friedrich war ein Förderer der Wissenschaft, ein Reformer, vielleicht sogar der erste moderne Herrscher. Alle Königshäuser in Europa sollen staunend zu ihm aufgeblickt haben. Friedrich II. selbst sah sich als Nachfolger der römischen Cäsaren und als Kaiser von Gottes Gnaden – eine Vorstellung, die mit den Ansprüchen der machtbewussten Päpste dieser Epoche kollidieren musste. Mit insgesamt fünf aufeinander folgenden Päpsten befand sich Friedrich II. in erbitterten Auseinandersetzungen. So ist es nicht erstaunlich, dass er mehrfach exkommuniziert wurde und die kirchliche Propaganda Friedrich nach seinem Tod als Häretiker und Antichrist brandmarkte
