Leschs Kosmos. Die Macht von Ritualen

Rituale sind gesellschaftlicher Kitt und mitunter sogar lebensgefährlich. Forscher entschlüsseln ihren Ursprung. Sie finden Hinweise auf rituelles Verhalten schon bei unseren Urahnen. Tief im Menschen verwurzelt, stossen Forscher auf Parallelen zu Zwangsstörungen. Überall auf der Welt gibt es Beerdigungsrituale. Tatsächlich weisen Studien darauf hin, dass sie das Gehirn von Trauernden verändern können. Rituelle Bestattungen gibt es vermutlich schon seit 100’000 Jahren. Neue Funde bringen ein Paradigma ins Wanken. Aufgrund von Höhlenmalereien und Figurenfunden glaubten Forscher lange, es hätte eine Art kulturellen Urknall gegeben, als der Homo sapiens in Europa einwanderte. Die Wurzeln von Ritualen reichen aber vermutlich noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Auch bei Tieren beobachten Forscher rituelles Verhalten. So scheinen Elefanten zu trauern, Vögel zeigen erstaunlich komplexe Balztänze, und Schimpansen schichten rätselhafte Steinhaufen auf