CH:Filmszene. Ein Lied für Argyris
Am 10. Juni 1944 überlebt der kaum vierjährige Argyris in Distomo, einem Bauerndorf zwischen Athen und Delphi, ein Massaker der deutschen Besatzungsmacht: Eine sogenannte Sühnemassnahme einer SS-Division als Reaktion auf einen Partisanenangriff in der Gegend. In weniger als zwei Stunden werden 218 Dorfbewohner umgebracht – Frauen, Männer, Greise, Kleinkinder und Säuglinge. Argyris verliert seine Eltern und 30 weitere Familienangehörige. Mehrere Jahre verbringt der Knabe in Waisenhäusern. Da taucht eines Tages eine Delegation des Roten Kreuzes auf und sucht eine Handvoll Kinder aus, um sie in die Schweiz mitzunehmen. Argyris kommt ins Kinderdorf Pestalozzi nach Trogen AR. Jahre später doktoriert er an der ETH Zürich in Mathematik und Astrophysik. Er unterrichtet an Zürcher Gymnasien und arbeitet später auch mit dem Schweizerischen Katastrophenhilfekorps, als Entwicklungshelfer. Immer wieder versucht er, den Wahnsinn, den er als Kind erlebt hat, aufzuarbeiten. Stefan Haupt portraitiert in seinem Film (CH 2006) Argyris Sfountouris, der ein Wanderer auf der Suche nach Frieden ist
