Katholische Welt. Zölibatsgeschichten

«Um des Himmelreiches Willen», heisst es im Gesetzbuch der katholischen Kirche, gelte für Priester der Zölibat. Schon bei der Weihe zum Diakon legen Priesteramtsanwärter ihr Versprechen ab, künftig ehelos zu leben. Beides holt nicht wenige Geistliche im Berufsleben aber ein: Sie führen heimliche Beziehungen oder werden sogar Väter – und riskieren damit ihren Beruf. Betroffene sprechen von «Pflichtzölibat» und wünschen sich, dass das Kirchengesetz geändert wird, auch damit es wieder mehr Priester gäbe. Hoffnung macht ihnen die anstehende Amazonas-Synode in Rom, bei der darüber diskutiert werden soll, ob verheiratete Ehemänner die Priesterweihe empfangen können. Auch deutsche Katholiken blicken gespannt auf die Synode: Wird künftig möglich sein, was bislang nur im Heimlichen passiert? Die Betroffenen, mit denen Simon Berninger gesprochen hat, würden es sich jedenfalls wünschen – ob Priester, ihre Frauen oder ihre Kinder