Menschen & Mächte Spezial. Im Schatten der Mondlandung
Als im Juli 1969 Neil Armstrong seinen Fuss auf den Mond setzt, fallen sich im Raumfahrtzentrum Houston die NASA-Mitarbeiter in die Arme, unter ihnen ein pensionierter Ehrengast: Hubertus Strughold, auch «Vater der Raumfahrtmedizin» genannt. Strughold, das wussten die Amerikaner, war aber auch etwas anderes: ein NS-Verbrecher. Zunächst mit seiner Kenntnis, dann auch auf seinen persönlichen Befehl hin wurden KZ-Häftlinge in Dachau und sogar Kinder zu Opfern von Menschenversuchen, deren Ergebnisse sich später die NASA zu Nutzen machte, um – erfolgreich – ihr Raumfahrtprogramm voranzutreiben. Strughold war dafür, gemeinsam mit sechs weiteren NS-Medizinwissenschaftlern und Physikern, in die USA geschleust worden. Strugholds Verstrickungen erhellte nach dem Krieg der in Wien geborene Psychoanalytiker Leo Alexander. Die Dokumentation zeigt zwei parallele Biografien: den Werdegang eines von den Amerikanern beschützten Kriegsverbrechers und den eines österreichischen Psychiaters der die Traumata von NS-Medizinopfer zu therapieren versuchte und wesentlichen Anteil an der Erforschung der Verbrechen der NS-Medizin hatte
