Evangelische Perspektiven. Wie Protestanten das Ordensleben entdecken
Martin Luther, selbst ursprünglich Mönch, lehnte das Leben im Kloster ab! So ist die heute weit verbreitete Meinung. Dabei störte den Reformator nur der oft unfromme Lebensstil von Bischöfen und Mitbrüdern – ihre heimlichen Ehen zum Beispiel. Luthers reformatorische Entdeckung, dass das Seelenheil nur durch den Glauben an Christus zu erlangen sei und nur durch Gottes Gnade, nicht aber durch einen besonders frommen Lebensstil, wurde zur Basis der evangelisch-lutherischen Spiritualität und machte das Klosterleben schlicht überflüssig. Dass sich der Glaube im Alltag besser in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter leben lässt, erkennen allerdings seit über 60 Jahren immer öfter auch evangelische Christen. Deutschlandweit gibt es über 30 Kommunitäten – sozusagen evangelische Klöster
