Intervention Divine

Der am diesjährigen Filmfestival von Cannes mit Spannung erwartete Film des Palästinensers Elia Suleiman löste zwar Kontroversen aus, wurde aber mit dem Preis der Jury und dem Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Uri Klein schrieb in Ha´Aretz: «Ein Film, den auch alle Israelis sehen müssten.»

Der Film spielt zwischen Nazareth, Ramallah und Jerusalem und ist eine konstruierte Fiktion – Bomben werden auf ein Haus abgeworfen und ein Panzer sowie ein Helikopter zur Explosion gebracht. Allerdings ist der speziell für den Film aufgebaute Kontrollpunkt an der Strasse zwischen Jerusalem und Ramallah mittlerweile Realität geworden. Auch der mit Präzision geschilderte Alltag einfacher Leute in einem Nazarener Quartier und ihr nachbarschaftlicher Krieg der Nadelstiche, der das Zusammenleben fast unerträglich macht, ist nahe an der Realität. Suleiman wollte aber keinen Dokumentarfilm drehen.

Statt eine politische Analyse über die absurde Situation in seiner Heimat zu liefern, drehte der pazifistische Filmemacher eine bittere Komödie mit burlesken Einfällen. Der zerstörerischen Gewalt setzt er das Bild einer verrückten Liebesbeziehung entgegen, in welcher er in der Rolle des Verliebten wie ein stumm beobachtender Clown erscheint, und regt damit auf ungewöhnliche Weise zum Nachdenken an.

Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien

«Intervention Divine», Palästina 2002, Regie: Elia Suleiman, Verleih: trigon-film, Klosterstrasse 42, Postfach, 5430 Wettingen 1, Telefon: ++41 (0)56 430 12 30, Fax: ++41 (0)56 430 12 31, Internet: http://www.trigon-film.org

Kinostart: 12. September 2002

Basel: Kino Camera
Bern: Kino Movie
Wettingen: Kino Orient
Winterthur: Kino Loge 3
Zürich: Kino Nord-Süd