Mani Matter – Warum syt dir so truurig?

Ein Matter-Fan sei er eigentlich schon immer gewesen, bekennt der Ostschweizer Friedrich Kappeler, der rechtzeitig zum dreissigsten Todestag von Mani Matter den Film «Warum syt dir so truurig?» gedreht hat. Warum es so lange gedauert hat, bis der Wunsch aufgekommen ist, diesen Film zu machen, weiss er nicht. Vielleicht, so dachte er, wäre Mani die Idee etwas komisch vorgekommen. Und so unrecht hat er mit diesem Gefühl wahrscheinlich nicht, jedenfalls hat Joy Matter, Manis Ehefrau, erst nach einer gewissen Bedenkzeit dem Projekt zugestimmt. Ausschlaggebend war nicht zuletzt die Tatsache, dass sich Friedrich Kappeler in den letzten Jahren mit verschiedenen subtil gestalteten Künstlerporträts Anerkennung verschafft hat.

Die Idee für ein Porträt über Mani Matter kam Kappeler während eines Konzerts von Stephan Eicher, als dieser zusammen mit Irina Urugeanu das von Mani Matter geschriebene Lied «Hemmige» sang. Und damit war ihm auch klar, dass neben Manis Troubadour-Freunden wie Fritz Widmer und Jacob Stickelberger auch heutige Musikerinnen und Musiker im Film zu Wort kommen sollten, neben Stephan Eicher zum Beispiel auch Kuno Lauener, Dodo Hug oder Polo Hofer.

Joy Matter, Sohn Ueli und die Töchter Meret und Sibyl erzählen Familienerinnerungen, ohne Intimes preiszugeben, und Guido Schmezer charakterisiert den Arbeitskollegen Matter, der als Rechtskonsulent der Stadt Bern tätig war. Eröffnet wird der Zyklus von persönlichen Aussagen und Erinnerungen Franz Hohlers, auf dessen Fernsehfilm Kappeler zurückgreifen konnte. Besonders authentisches Material aber liefert eine Aufzeichnung des Matter-Soloabends im Basler «Fauteuil».

Der Film ist untermalt mit immer wiederkehrenden spätherbstlich-winterlichen Bilder von Bern als Erinnerung an Mani Matter, der im Schneetreiben auf einer Fahrt zu einem Auftritt in der Ostschweiz tödlich verunfallte. Das Filmporträt ist aber keine abschliessende Biographie, sondern der respektvolle Versuch einer Annäherung an den für viele zur Legende gewordenen Liedermacher Mani Matter, für den es wichtig war, vor allem sich selber treu zu sein.

Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien

Mani Matter – Warum syt dir so truurig?, Schweiz 2002, Regie: Friedrich Kappeler, 35mm, 92 Minuten, Verleih: Columbus Film, Steinstr. 21, 8036 Zürich, Internet: http://www.columbusfilm.ch

Kinostart: 31. Oktober 2002