Evangelische Perspektiven. Die Erde ist keine Maschine
Es ist eine der grössten Paradigmenwechsel in der Geschichte der Moderne: Der Abschied vom Weltbild der Erde als einer grossen Maschine, hin zum Weltbild des Planeten als grosser Organismus. Das reduktionistisch-kausale Weltbild eines grossen Uhrwerks hat sich seit der Aufklärung rund um den Globus verbreitet, stösst aber heute immer mehr an seine Grenzen. Die Naturwissenschaften sprechen längst von lebenden Systemen, Interdependenzen, gegenseitigen Abhängigkeiten, wenn sie das Netzwerk des Lebens beschreiben. Die Religionen sprechen von Ganzheitlichkeit, Inter-Being, Mutter Erde – um dem neuen und alten Verständnis des Lebens einen Namen zu geben. James Lovelock, Atmosphären-Chemiker, Arzt und Geo-Physiologe formulierte in den 1980er Jahren als erster Wissenschaftler die Theorie einer lebendigen Erde, der er den Namen der griechischen Göttin «Gaia» gab. Für diese Vermischung wissenschaftlicher Einsicht und mythologischer Vision wurde Lovelock von der Wissenschaftsgemeinde angefeindet, beschimpft und ausgegrenzt. Und doch nahm das entstehende ökologische Weltbild seinen Impuls heimlich auf
