Kontext. Literatur im Gespräch

Das Elend der Flüchtlinge auf den Booten im Mittelmeer. Die schrecklichen Geschehnisse in den Vernichtungslagern der Nazis. Wie gehen wir damit um? Wie erinnern wir daran. Monster – das sind Ungeheuer, die wir aus Filmen oder Albträumen kennen. Der Roman mit dem Titel «Monster» des israelischen Autors Yishai Sarid handelt aber nicht von solchen Ungeheuern, sondern von den Monstern der Erinnerung. Diese überfallen einen Historiker, der Touristen und Schüler durch ehemalige Vernichtungslager der Nazis führt. Er reagiert an den Erinnerungsstätten des Holocaust zunehmend aggressiv. Mit monströsen Erinnerungen kämpfen auch Bewohner und Rettungskräfte auf der Insel Lampedusa. Das Elend der Flüchtlinge, die tot oder lebendig an die Küste ihrer Insel geschwemmt werden, macht sie sprachlos. Im reportageartigen Roman «Schiffbruch vor Lampedusa» von Davide Enia erhalten sie eine Stimme