Wilbur wants to kill himself

Tabletten und ein aufgedrehter Gashahn: Der Schotte Wilbur ist lebensmüde und will sich umbringen. Doch da ist noch sein fürsorglicher Bruder Harbour, der ihn immer wieder davon abbringen und für den gemeinsamen Buchladen, ja für das Leben überhaupt, gewinnen möchte. Ganz gelingt dies weder ihm noch dem zynischen Krankenhauspsychologen Horst oder der exzentrischen Oberschwester Moira. Wirkliche Veränderung bringt erst Alice, die im Krankenhaus putzt und zur Aufbesserung der Haushaltskasse liegen gelassene Bücher verkauft. Denn als sie und ihre Tochter mit den ungleichen Brüdern zusammenziehen, entdecken alle auf ihre Weise, was es bedeutet, zu leben … und zu lieben. Gemeinsam wohnen sie hinter dem vollgestopften Buchladen, einer Oase voller Geschichten. Auch vom Tod wird immer wieder erzählt, und davon, wie Leiden und Glück miteinander verwoben sind. Dabei treten Wilburs teils skurrile Selbstmordversuche in den Hintergrund und erscheinen absurd, als Harbour erfährt, dass er selbst todkrank ist.

Mag auch die Dreiecksgeschichte in manchem absehbar sein, wird sie doch in schönen Bildern dicht erzählt und hervorragend gespielt. So kommt der neue Film der Dänin Lone Scherfig („Italian for Beginners“) privat und berührend daher, reizt zum Lachen wie zum Weinen und zeigt, wie schwierig das Leben sein kann, und wie kostbar es trotz allem ist.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

„Wilbur wants to kill himself“, Dänemark 2002, Regie: Lone Scherfig, Besetzung: Adrian Rawlins, Jamie Sives, Shirley Henderson. Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch

Kinostart: 25. September 2003