37°. Im Schatten der Clans
Die Sozialarbeiterin Songül C. arbeitet im sozialen Brennpunkt in Berlin-Neukölln, im Schatten der Clans. Sie will Jugendliche davon abhalten, selbst auf die schiefe Bahn zu geraten. Wie keine andere kennt sie die Nöte und Zwänge, die das Leben dieser jungen Männer bestimmen. In der Öffentlichkeit oft als gewaltbereite Machos wahrgenommen, sieht Songül in ihnen vor allem Opfer grossfamiliärer patriarchalischer Sitten, die ihnen ab Geburt ein archaisches Ehrverständnis abverlangen, das keine Freiheit für das Individuum vorsieht. Die Tanztherapeutin fördert diese Jugendlichen im Jugendclub «Yo!22». Durch intensive Betreuung entdeckt sie in ihnen Talente, die sonst verborgen blieben. So war es auch bei Hamudi. Aufgewachsen in einem Umfeld, in dem man als Junge und Mann vor allem durch spektakuläre Straftaten brillieren und kaum einer sich dem Sog krimineller Clans entziehen kann, führt er seit Jahren einen Kampf: Er will «sauber» bleiben
