Berlin – Ecke Schönhauser

Die 1950er-Jahre in Berlin, die Zeit von Petticoat und Rock ’n‘ Roll: Noch sind die Sektorengrenzen offen, doch der Kalte Krieg wirft bereits seine Schatten auf die Millionenstadt. Auch auf die beiden Freunde Dieter (Ekkehard Schall) und Kohle (Ernst-Georg Schwill), die nach einem Unfall aus der Schönhauser Allee in den Westen fliehen. In einem Auffanglager erleben sie dort eine zweifelhafte Fürsorge, die einen der beiden das Leben kostet. Das Drama (DDR 1957) von Gerhard Klein ist lakonisch im Gestus, genau in der Beschreibung des Lebensgefühls einer Generation zwischen den Fronten, kritisch gegenüber gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in der DDR. Die staatliche Filmkritik reagierte prompt: Sie bemängelte eine «zu grosse Konzession» an den italienischen Neorealismus …