Evangelische Perspektiven. Wie geht es dir?

How are you, heisst es im Englischen. Habari – wie geht’s dir – fragt man in Ostafrika zur Begrüssung. Fast alle Sprachen kennen die Formel «Wie geht’s dir?». Oft aber ist die Floskel eher eine Aussage, denn eine echte Frage. Denn wehe dem, der als Antwort ehrlich seinen momentanen Gemütszustand oder derzeitige Sorgen bekundet. Selten nur geht es um echtes Interesse. Dabei könnte die Frage so viel mehr als Höflichkeit sein und interessante Erkenntnisse über die Mitmenschen liefern. Die Wochenzeitung «Die Zeit» befragte 2017 ihre User täglich auf ihrer Webseite zu ihrer Stimmung. Mehr als 350’000 Mal gaben die Leserinnen und Leser ihr Votum ab, darunter gab es auch Wortschöpfungen wie «untersommert» oder – ein Favorit der Redaktion – «weltfreundlich». Die überraschendste Erkenntnis: Die Stimmung der Leserschaft schwankte kaum. Über den Tag gerechnet, waren zwischen 65 und 70 Prozent der Leser gut gestimmt – und zwar unabhängig vom politischen Weltgeschehen