Sternstunde Philosophie. Müssen wir glauben, Petra Bahr?

Die Zahl der Konfessionslosen in Europa nimmt zu. Gehört der Glaube zu den grossen menschlichen Irrtümern? Oder fehlt etwas, wenn niemand mehr die Gottesfrage stellt? Und geht das überhaupt, nichts zu glauben? Viele halten heute Religion entweder für gefährlich oder für irrelevant. Sie erinnern an religiös begründete Terrorattacken und die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche – oder sie denken bei Religion an bigotte Rituale, in der Menschen für dümmer verkauft werden, als sie sind. Diese Engführungen werden der Religion aber nicht gerecht, behauptet die Philosophin und Theologin Petra Bahr. Und sie täuschen darüber hinweg, dass sich der Glaube nie eliminieren lasse. Denn wenn Wissen und Aufklärung zunehmen, tauchen Aberglaube und Verschwörungstheorien an anderen Orten wieder auf. Ist der Mensch für einen gänzlich rationalen Weltzugang also gar nicht gemacht?