Fenster zum Sonntag. Sehnsucht nach Heimat
«Ohne Heimat sein heisst leiden», schrieb Fjodor Dostojewski im 19. Jahrhundert. Doch die Welt ist nicht mehr die gleiche wie zu Zeiten des russischen Schriftstellers. Durch die digitale Vernetzung ist sie zum «globalen Dorf» geworden. Die Frage stellt sich: Brauchen wir in unserer modernen, weltoffenen Gesellschaft so etwas wie «Heimat» überhaupt noch? Ist das nicht ein veraltetes Konzept? Gleichzeitig leben gemäss Schätzungen derzeit knapp 70 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Armut. Sie mussten ihr gewohntes Umfeld verlassen und in eine unsichere Zukunft aufbrechen. Ihre Schicksale erinnern daran, wie wertvoll es ist, ein sicheres Zuhause zu haben. Im Begriff «Heimat» steckt aber noch mehr als die eigene Herkunft, die eigene Kultur. Er beschreibt auch einen Sehnsuchtsort, der für jeden etwas anderes bedeuten kann
