Hörspiel. «Weil immer das Meer vor der Liebe ist» von Jürg Amann

Die junge Hertha Kräftner (1928–1951) wächst hinein ins literarische Trümmerfeld der Nachkriegszeit, weigert sich aber, diese «Situation in Europa» zu beschreiben. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie mit 20 und mit 21 begann sie Prosa zu schreiben. Das Hörspiel besteht aus Texten und Gedichten, die in diesen wenigen Jahren entstanden sind. Von Hermann Hakel und Hans Weigel gefördert, vertraut sie allein ihren Seelenbildern, mit denen sie in ihrer kurzen Zeit als Dichterin eine wortgewaltige Sprache hin zum Jenseits erschafft: Sehnsüchte und die Angst vor deren Erfüllungen, Trauer ohne Grund, Liebe ohne Glück – und ihre rastlose Treue, die dem Tod gehört. Der Schweizer Schriftsteller Jürg Amann (1947–2013) hat Kräftners Texte zu einem sprach-musikalischen Monolog der letzten Stunde zusammengestellt