In der Falle – Julian Assange und die Justiz

Wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente der US-Armee und -Behörden musste WikiLeaks-Mitbegründer und -Sprecher Julian Assange untertauchen. Zu seinem eigenen Schutz lebt der Australier seit dem 19. Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London. Verlässt er die Botschaft, droht ihm die Auslieferung nach Schweden, wo seit September 2010 ein Ermittlungsverfahren wegen sexueller Vergehen an zwei Schwedinnen gegen ihn geführt wird. Die Mitglieder von WikiLeaks halten die Anklage gegen den Cyberaktivisten für eine Schmierkampagne. Die moralische Debatte über den «Fall Assange» findet täglich in den Medien und den sozialen Netzwerken statt. Dabei wird der WikiLeaks-Gründer nicht immer als Held gefeiert, sondern auch als Verräter angesehen. Gerade die mögliche Beeinflussung der US-Wahlen durch die Whistleblower-Plattform wird kontrovers diskutiert. WikiLeaks streitet den Versuch der politischen Einflussnahme strikt ab und beruft sich auf seine Mission, Staatsgeheimnisse um Spionage, Krieg und Korruption ungefiltert enthüllen zu wollen