Lebenslinien. Streetwork Orange
Morgens um fünf, wenn die Stadt noch im Tiefschlaf liegt, ist Franky längst auf den Beinen. «Wenn du nichts Ordentliches lernst, dann kannst du als Strassenkehrer gehen!» Wie oft hatte er diesen Satz zu hören bekommen. Franky ist 30 Jahre alt, und er hat etwas Ordentliches gelernt: Er ist ausgebildeter Kaufmann. Trotzdem, vielleicht sogar aus Trotz, arbeitet Franky als Strassenkehrer. Franky ist nicht irgendein Strassenkehrer, sondern der Strassenkehrer im Münchner Glockenbachviertel. Es ist bis in die 1990er das Viertel der sozial Deklassierten, der Drogenabhängigen und Homosexuellen, der Künstler und Intellektuellen. In seiner orangefarbenen Kluft kehrt und verkehrt Franky zwischen den Welten
