Doppelpunkt. Die Aussteiger vom Onsernonetal

«Make love not war», Freie Liebe, leben in der Kommune, arbeiten, um zu leben und nicht leben, um zu arbeiten. Das war der Tagtraum, der mit der Jahreszahl 1968 anklingt. Ein Auswanderungsziel war das abgelegene Onsernonetal, ein Tal mit steil abfallenden Flanken, undurchdringlichen Wäldern, einer schmalen Hauptstrasse und lediglich ein paar hundert Talbewohnern. Rund 200 Deutschschweizer fanden ab Ende der 60er Jahre den Weg dorthin. Bei der älteren Bevölkerung waren sie sehr willkommen. Deren Söhne und Töchter waren nämlich ihrerseits am Auswandern, hinaus aus dem engen Tal, um  Familie und Karriere aufbauen zu können. So gesehen, kamen die Cappelloni – die Langhaarigen – wie die Aussteiger genannt wurden, gerade recht. Jüngere Einheimische sahen die Einwanderer aber je länger desto mehr als Bedrohung. «Doppelpunkt» hat ein paar Aussteiger der ersten Stunde sowie auch später Zugewanderte aufgespürt