Sternstunde Philosophie. Der «Philosophische Stammtisch»: Die Rating-Gesellschaft
Wir bewerten täglich alles Mögliche: Hotels, Restaurants, Dienstleistungen. Das bringt Vorteile für die Kunden, die dank der Bewertungen der anderen informierter entscheiden können. Doch was passiert, wenn wir auch einander bewerten und unsere Ratings im Internet verbreiten? Treibt uns der Wettbewerb zu neuen Höchstleitungen, oder dient er in erster Linie dem Konformismus? China testet derzeit ein soziales Bewertungssystem, das die Teilnehmenden spielerisch mit Vergünstigungen oder Boni belohnt, wenn sie sich staatskonform verhalten. Die einen sehen darin einen totalitären Albtraum verwirklicht, der in einer demokratischen Gesellschaft keine Chance hätte. Die anderen meinen, die Rating-Gesellschaft sei auch bei uns bereits Wirklichkeit, weil die sozialen Medien genau darauf angelegt sind. Über Sinn und Unsinn von Ratings debattieren die Schweizer Politikphilosophin Katja Gentinetta, der Münchner Soziologe Armin Nassehi und der Wiener Philosophieprofessor Konrad Paul Liessmann unter der Leitung von Barbara Bleisch
