Wissen. Gender in der Literatur

Lange ist es her, da schrieb Simone de Beauvoir über «Das andere Geschlecht». Die feministische Debatte über Geschlechterrollen war eröffnet. Heute, fast 70 Jahre später, ist fast nur noch von «Gender» die Rede. Es gibt nicht nur «männlich» oder «weiblich», sondern viele Kategorien von Geschlecht – auch in der Literatur. Die US-amerikanische Autorin Maggie Nelson etwa hat mit «Die Argonauten» das erstaunliche Zeugnis einer queer-Family geschrieben. Antje Ravic Strubel rüttelt bewusst an unseren festgefahrenen Vorstellungen von Geschlechterbeziehungen, und Anne Garréta schrieb bereits 1986 über zwei Liebende, ohne deren Geschlecht zu benennen. Und natürlich darf ein Roman nicht fehlen: «Orlando» von Virginia Woolf. Fing damit nicht alles an?