Katholische Welt. Fünf Jahre Papst Franziskus

Am Rande des Papstbesuches in Chile Mitte Januar ereignete sich eine Szene, die bezeichnend ist für diesen Papst: Als Franziskus im Papamobil durch die Strassen fuhr, gab es einen kleinen Unfall. Eine Polizistin wurde von ihrem Pferd abgeworfen. Der Papst liess das Auto anhalten, stieg aus und kümmerte sich mit anderen um die am Boden liegende Frau. Eine eigentlich selbstverständliche, menschliche Reaktion, allerdings nicht für einen Pontifex Maximus auf Staatsbesuch. Doch Franziskus setzt sich seit seiner Wahl vor fünf Jahren immer wieder über das Protokoll hinweg. Er will auch als Papst ein Mensch unter Menschen bleiben. Das ist das Markenzeichen dieses Pontifikats. Er ist ein leidenschaftlicher Anwalt für die Rechte von Flüchtlingen, kämpft gegen Ausbeutung und Sklaverei. Und in der Kirche plädiert er für mehr Barmherzigkeit und weniger starre Doktrin – zum Beispiel im Umgang mit geschiedenen Katholiken