Kontext. «Man muss zu weit gehen»

Zur Freiheit des Schriftstellers gehöre, dass er zu weit gehe, schrieb Heinrich Böll: «um herauszufinden, wie weit er gehen kann.» Nach dieser Maxime hat Böll geschrieben und seine Leser gespalten: Man verklärt ihn zum «Gewissen der Nation» und kritisierte andererseits den Moralapostel Böll. Umstritten ist auch seine Sprache: Manchen riecht sie zu sehr nach Suppenküche oder billigem Tabak. Ist der deutsche Schulbuchklassiker also schlecht gealtert? Oder hat er uns weiterhin etwas zu sagen? Erstmals ist zum 100. Geburtstag sein Kriegstagebuch 1943–1945 erschienen. Eine Studie von Ralf Schnell über «Heinrich Böll und die Deutschen», versucht den Schriftsteller von bequemen Schablonen zu befreien