HörPunkt. Gertrude Bell – «Eine Reise durch das alte Syrien»

Vor rund 100 Jahren bereiste sie mehrfach den Nahen Osten, traf sich mit den mächtigsten Stammesfürsten der Zeit und verkehrte mit hohen Vertretern der britischen Kolonialregierung. Gertrude Bell kam 1868 als Tochter eines britischen Stahlmagnaten zur Welt und schlug einen für damalige Zeiten höchst ungewöhnlichen Lebensweg ein. Sie schloss in Oxford als erste Frau mit Auszeichnung ein Studium in Geschichte ab, bildete sich in Archäologie weiter und unternahm Expeditionen durch die arabische Welt, auch in bislang unerforschte Gebiete. Immer ganz viktorianische Lady, hatte Gertrude Bell doch viele Gesichter. So war die leidenschaftliche Denkerin und Forscherin auch eine leidenschaftliche Liebende. Privat blieb sie glücklos. Und die bis heute gültigen Grenzziehungen im Nahen Osten, an denen sie massgeblich beteiligt war, machten sie insbesondere im Irak verhasst. 1926 starb Gertrude Bell mit nur 58 Jahren in Bagdad