Lesenswert Feature. Der Mars ist nun im Ars
Bis heute prägen Dichtungen wie Grimmelshausens Roman «Der Abenteuerliche Simplicissimus Teutsch» unser Bild von der Katastrophe des Dreissigjährigen Kriegs. Zeitlichkeit und Ewigkeit, in dieser Spannung lebte der Mensch in einer Zeit, in der die christliche Religion die entscheidende Instanz darstellte. In der Realität ging es allerdings weniger um religiöse Bestimmung des Menschen als um Machtfragen, um Politik und Propaganda. Es ist ein Paradox: Die schreckliche Zeit des Dreissigjährigen Krieges war zugleich eine Zeit der kulturellen und literarischen Aufbruchstimmung, als wolle man die reale politische Ohnmacht durch ein patriotisches Kulturprogramm kompensieren. Deshalb konnten diese apokalyptischen Kriegsbilder dank ihrer sprachlichen Kraft über die Zeiten hinweg wirken und immer neue Aktualität erhalten
