Kriminalfälle, die Geschichte machten – Abe Sada. Von Liebe und Tod

Tokio, 1936. Am 18. Mai elektrisiert ein ungewöhnliches Verbrechen die japanische Öffentlichkeit: Die ehemalige Geisha Abe Sada erdrosselt ihren Liebhaber durch erotische Strangulation, trennt ihm danach die Genitalien ab und ritzt ihren Namen in seine Haut. Bei ihrer Verhaftung empfängt die junge Frau die Polizei lächelnd und ohne Reue und erklärt, sie habe aus Liebe getötet. Der Fall wurde von der Presse gierig aufgegriffen. Denn der erotisch motivierte Mord ereignet sich zu einer Zeit extremer gesellschaftlicher Spannungen: Die instabile Regierung unter Kaiser Hirohito muss mit einem wachsenden Nationalismus kämpfen und innerhalb des autoritären Militärs wird eine Expansionspolitik gefordert. Dieser wachsende Militarismus ging zudem mit einer puritanischen Repression einher, wobei Erotik, sexuelle Abweichung und Morbidität aufs Engste miteinander verknüpft wurden