Sternstunde Kunst. Gespräch über «Ursula»
Was für ein Szenario: Die Zürcher Söldner stapfen über die Alpen. Sie haben dem Papst geholfen. Daheim im Oberland treiben es die Wiedertäufer wild und schreien «Wir sind das Volk». Derweil begutachtet Zwingli die druckfrischen Bibelblätter bei Froschauer und sinniert über den Fortschritt. In der Kirche echauffiert er sich gegen Reisläuferei, Ablass, Beichte, Zölibat und Fegefeuerangst. Der Mob vollführt den Bildersturm. Zwingli übt Staatsraison, Ursula verliert den Verstand und der Soldat Hansli Gyr versucht, das alles zu verstehen. Am Schluss kreuzen sich ihre Wege auf dem Schlachtfeld, wo der Reformator im Hauen und Stechen am Albis den Tod findet. Was hat das mit uns zu tun? Pfarrerin Käthi La Roche hat Ende der 70er-Jahre mit Schülerinnen über «Ursula» diskutiert. Warum hat der Film damals gerade in kirchlichen Kreisen so viel Staub aufgewirbelt, und wie wirkt er heute? Juri Steiner im Gespräch mit Käthi La Roche
