Hieronymus Bosch, The Garden of Dreams

Sein bekanntestes Werk, das Dreitafelbild «Der Garten der Lüste», zieht im Museo del Prado in Madrid alljährlich Tausende Besucher an. Bei jedem hinterlässt das Werk einen anderen Eindruck. Jeder sieht in dem Gemälde, das sich einer einfachen Interpretation entzieht, etwas ganz und gar Eigenständiges. Über den Schöpfer, den holländischen Renaissance-Maler Hieronymus Bosch, ist wenig bekannt. Er war Mitglied in einer elitären Bruderschaft, pflegte Kontakte zum Hochadel, zu hochrangingen Geistlichen und Beamten im ganzen Land, bekam durch sie seine Aufträge und nahm sich trotzdem die Freiheit, alle Stände gleichermassen zu kritisieren. Von seinen erhalten gebliebenen Bildern hängen die meisten heute im Prado, in Spanien bekam Bosch den Übernahmen «El Bosco». Seine Werke sind wie ein Panoptikum der Phantasien, eine Wunderkammer, die alle Dinge miteinander verbindet: Kunst, Religion, Natur, Wissenschaft und Geschichte.

Zum 500. Todestag des Malers melden sich berühmte Persönlichkeiten wie der Komponist Ludovico Einaudi, der Schriftsteller Orhan Pamuk oder die Fotografin Isabel Muñoz zu Wort, um die Welt an ihrer Deutung des rätselhaften Bildes «Der Garten der Lüste» teilhaben zu lassen. Wissenschaftler erklären anhand der detailreichen Abbildungen die Lebensumstände jener Zeit. Herausgekommen ist ein faszinierender Blick in das gemalte Universum eines spannenden Künstlers, der zeigt, dass der Phantasie zu keiner Zeit Grenzen gesetzt werden konnten.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Hieronymus Bosch, The Garden of Dreams» (El Bosco. El jardín de los sueños), Spanien/Frankreich 2016, Dokumentarfilm von José Luis López-Linares, mit Ludovico Einaudi, Orhan Pamuk und Isabel Muñoz; Verleih: Xenix Filmdistribution, http://www.xenixfilm.ch

Kinostart: 13. Oktober 2016