Essay. Die Entzauberung der Welt

Max Weber sprach 1917 von der «Entzauberung der Welt». Ein Jahr zuvor prägte Georg Lukács die nicht weniger berühmt gewordene Formulierung von der «transzendentalen Obdachlosigkeit». Diese Begrifflichkeit gehört seither zum zeitdiagnostischen Handwerkszeug. Anders als früher glauben nicht mehr alle Menschen an einen Gott oder an sonst einen Sinn. Doch: Ist Max Webers Diktum noch zeitgemäss? Ist die «Entzauberung» wirklich ein modernes Phänomen?