Soy Nero
Das unmenschliche Gesetz wurde im Jahr 2002 vom Präsidenten der USA eingeführt: ein Kriegsdiensteinsatz genügt, um nach der Rückkehr aus dem Krieg die Green Card für sich und die Angehörigen zu erhalten. Dunkelhäutige waren unter den Soldaten am meisten vertreten, viele haben die Kriege in Afghanistan und Irak nicht überlebt und erhielten die Staatsbürgerschaft posthum. Präsident Obama änderte das Gesetz dahingehend, dass die US-Staatsbürgerschaft vor dem Kriegseinsatz erteilt wird.
Der Spielfilm «Soy Nero» beleuchtet die Odyssee des 17-jährigen Nero Maldonado zur Verwirklichung seines Traums: Er will US-amerikanischer Staatsbürger werden. Wir begleiten ihn auf dem Weg seiner Hoffnungen, erleben seine Zweifel, seinen Identitätsverlust, die menschlichen Abgründe, die Zermürbungen im Niemandsland durch die sinnlosen Kriege.
No borders, no nations – der kameraüberwachte Grenzzaun zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten gehört zum Leben der mexikanischen Jugendlichen, sie nutzen ihn als Volleyballnetz. Regisseur Rafi Pitt versteht es, die verschiedensten Grenzen im Film aufzuzeigen. Der Film ist in vier Schauplätze gegliedert: Die Grenzzone – die Freiheit im Auto eines Amerikaners – die Villa in Beverly Hills – der Krieg an einer fiktiv gezogenen Grenze.
Christine Ris, Vorstandsmitglied Interfilm Schweiz und Interfilm International*
«Soy Nero», Deutschland/Frankreich/Mexiko 2016, Regie: Rafi Pitts, Besetzung: Johnny Ortiz, Rory Cochrane, Aml Ameen; Verleih: trigon-film, Internet: https://www.trigon-film.org
Kinostart: 30.6.2016
*Christine Ris ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.
