51. Solothurner Filmtage

(medientipp) Die Solothurner Filmtage rücken vom 21. bis 28. Januar Schweizer Produktionen ins Zentrum. 29 Filme aus allen Landesteilen feiern beim Filmfestival Premiere, neun Filme buhlen um den «Prix de Soleure», zehn um den Publikumspreis.

Das «Panorama» ist das Herzstück des Festivals. Auf dem Programm dieser Sektion stehen 187 Schweizer Produktionen aller Genres und Längen. Die beiden wichtigsten Preise des Festivals werden an Beiträge aus dem «Panorama» verliehen: Eine mit Filmschaffenden besetzte Jury vergibt den «Prix de Soleure», das Publikum wählt seinen Favoriten für den «Prix du Public».

Von spirituellen Fragen und dem Platz des Menschen
[bild56265|25872lw160h90c-]Mano Khalils «Die Schwalbe», der die 51. Filmtage am 21. Januar 2016 eröffnet, ist als einziger Spielfilm für den «Prix de Soleure» nominiert. Er erzählt von der Suche einer jungen Schweizerin nach ihren Wurzeln im irakischen Kurdistan. Konkurrenz bekommt «Die Schwalbe» von neun Dokumentarfilmen. Zwei der nominierten Dokumentationen greifen spirituelle Fragen auf: Stéphane Goëls «Fragments du paradis» unternimmt eine Reise durch Jenseitsvorstellungen von Menschen am Ende ihres Lebens und «Zen for nothing» von Werner Penzel taucht in den Alltag eines japanischen Klosters ein. Drei Wettbewerbsteilnehmer rücken Menschen und ihren Platz in der Gesellschaft ins Zentrum: Eva Vitija verarbeitet mit ihrem Dokumentarfilmdebüt «Das Leben drehen – Wie mein Vater versuchte, das Glück festzuhalten» ihre Familiengeschichte, Nicolas Steiner begleitet in «Above and Below» drei Überlebenskünstler am Rand der Gesellschaft und Constantin Wulff gewährt mit «Wie die anderen» Einblicke in eine  Kinder- und  Jugendpsychiatrie. Mit den Folgen des Klimawandels befasst sich «Sila and the Gatekeepers of the Arctic» von Corina Gamma. Hinter die Kulissen der Macht blicken zwei der nominierten Dokumentationen. David Bernet begleitet in «Democracy – Im Rausch der Daten» einen EU-Parlamentarier und Eric Bergkraut porträtiert in «Citizen Khodorkovsky» den russischen Oppositionellen Mikhail Khodorkovsky.

Spielfilme buhlen um die Gunst des Publikums
Im Wettbewerb um den «Prix du Public» hat das Publikum die Wahl zwischen zehn Filmen. Zu den Nominierten gehört «Köpek» von Esen Isik. Das Drama erzählt von drei Menschen in Istanbul, die mit Gewalt konfrontiert werden. Die Produktion wurde von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich gefördert.
[bild56266|25872lw160h90c-]Nominiert ist auch Ruxandra Zenides Spielfilm «Le miracle de Tekir», das die wunderliche Geschichte einer jungfräulichen Empfängnis erzählt sowie das Drama «Lina» von Michael Schaerer, das ein dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte beleuchtet. Weitere Teilnehmer am Wettbewerb sind der Thriller «Sibylle», die historische Liebesgeschichte «Le temps d’Anna» und das Roadmovie «Welcome to Iceland». Zwei Filme im Rennen um den Publikumspreis rücken Familiengeschichten ins Zentrum: In «Nichts passiert» von Micha Lewinsky verstrickt sich ein Familienvater in ein Netz aus Lügen und Selbstbetrug und «Keeper» handelt von einer Teenager-Schwangerschaft. In Stefan Jägers Kinofilm «Der grosse Sommer» weckt ein kleiner Junge bei einer Japan-Reise die Lebensfreude eines gealterten Schwingerkönigs. In Japan spielt auch der einzige Dokumentarfilm, der in der Sektion um die Gunst des Publikums buhlt. «Swing it Kids» von Fabian Kimoto begleitet eine Kinderband aus dem Thurgau durch alle Höhen und Tiefen einer Japan-Tournee.

Jungen Filmschaffenden aus der Schweiz ist die Sektion «Upcoming» gewidmet. Gezeigt werden Kurzfilme von Studierenden, Musikvideoclips und ausgewählte Projekte von Filmhochschul-Absolventinnen und -Absolventen. Die Filme im Spezialprogramm «Fokus» wurden von Casting-Casterinnen und Castern ausgewählt. Nach dem Motto «Gut besetzt! Casting fürs Kino» werden internationale Produktionen präsentiert, die durch die Besetzung ihrer Rollen überzeugen. Abgerundet wird das Programm von Podien rund um das Filmschaffen und die Branche in der Schweiz und Ausstellungen zum Vermächtnis des Regisseurs Peter Liechti und des Schauspielers Mathias Gnädinger.

Das vollständige Programm der 51. Solothurner Filmtage ist online abrufbar.

Datum: Donnerstag, 21. Januar bis Sonnerstag, 28. Januar 2016
Ort: Solothurn, u.a. in den Spielstätten Reithalle, Landhaus, Konzertsaal und Palace
Tickets: Vorverkauf von Tages- und Weekendkarten auf http://www.starticket.ch und in allen Poststellen; während des Festivals an den Kinokassen auch Einzel- und Wochenkarten.