«Club» zu Silvester-Übergriffen leistet Aufklärung
(medientipp) Was haben die Übergriffe von Köln mit Religion und islamischer Kultur zu tun? Fünf Expertinnen und Experten haben die Analyse dieser Frage am Dienstag, 12. Januar, in der SRF-Sendung «Club» in Angriff genommen. Wichtigste Einsicht der Debatte: eine Engführung auf den Islam greift zu kurz.
Eine TV-Kritik von Charles Martig
«Was in Köln geschehen ist widerspricht allen ethischen Richtlinien im Islam», sagt die Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Al Jabaji. Sie wehrte sich im «Club» gegen eine falsche Pauschalisierung, die «den Islam» verantwortlich macht für die Übergriffe in Köln und anderen Städten. Ihr gegenüber sass Saïda Keller-Messahli, die sehr wohl einen Zusammenhang zwischen der islamischen Kultur in Nordafrika und den Übergriffen feststellte.
Angriff auf die Freiheit und Würde der Frau
Die Betroffenheit war bei den Expertinnen und Experten gross. Michèle Binswanger vom Tages-Anzeiger klagte insbesondere ein, dass es in islamisch geprägten Staaten bisher keine Anstrengungen gibt, die Rechte der Frauen im öffentlichen Raum besser zu schützen.
Widerrede gab es in dieser Runde vom Psychologen Jérôme Endrass, der sich klar davon distanzierte, dass Kultur und Religion eine wichtige Rolle spielten. «Religion und Kultur sind keine Entschuldigung für diese Taten», hielt er in der Diskussion fest.
So wünscht man sich eine Sendung im Service public: Der «Club» gibt Raum zur Betroffenheit, leistet Aufklärung, gibt Möglichkeiten Distanz einzunehmen, lässt wichtige Stimmen aus der Schweiz zu Wort kommen.
