La Passion d‘Augustine
Passion bedeutet Leidenschaft und Leiden. Im Kloster-Drama der Schweizer Regisseurin Léa Pool geht es um beides. Mutter Augustine leitet eine Klosterschule im Kanada der 1960er-Jahre. Sie lebt ihre Leidenschaft für die Musik mit ihrer Ordensgemeinschaft und ihren begabten Schülerinnen. Doch die Schule ist von den gesellschaftlichen Umbrüchen bedroht. Der Staat möchte die Klosterschulen aufheben, der Orden hat immer weniger Geld und im Vatikan findet das Zweite Vatikanische Konzil statt, das viele Veränderungen bringt. In dieses spannungsreiche Leben tritt ihre Nichte Alice, die eine aussergewöhnliche Begabung mitbringt und das Leben der Äbtissin Augustine von Grund auf verändert.
Sehr berührend erzählt der Film von der inneren Wandlung der Ordensfrau Augustine: vor die schwere Alternative gestellt, muss sie sich zwischen der Leidenschaft für die Musik und ihrem Gelübde entscheiden. Léa Pool führt ihre Figuren mit Fingerspitzengefühl und begegnet dem katholischen Milieu im Aufbruch mit grossem Respekt. Sie steht dabei für die Frauen ein, die sich in eine neue Welt einfinden müssen. Sehr überzeugend ist dabei die schauspielerische Leistung von Céline Bonnier als Ordensfrau und Musiklehrerin, umgeben von einer charakterstarken Besetzung der Nonnen. Unbedingt sehenswert ist Lysandre Ménard, die als pubertierende Alice die ganze Bandbreite von der frechen Göre bis zum sensiblen Wunderkind beherrscht.
Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum
charles.martig@kath.ch
«La Passion d‘Augustine», Kanada 2015, Regie: Léa Pool, Besetzung: Céline Bonnier, Lysandre Ménard, Diane Lavallée; Verleih: Filmcoopi Zürich, info@filmcoopi.ch, http://www.filmcoopi.ch; Filmwebseite: http://www.lapassiondaugustine.ca
Kinostart: 19. November 2015
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