Ixcanul Volcano

Die 17-jährige María, eine Cakchiquel-Maya, lebt mit ihren Eltern am Fuss eines aktiven Vulkans in Guatemalas Hochgebirge. Die Familie betreibt eine Kaffeeplantage und die junge Frau soll mit dem Vorarbeiter verheiratet werden, um die Zukunft der Farm zu sichern. María aber hat andere Pläne und will das Leben hinter dem alles beherrschenden Vulkan kennen lernen. Für den Traum von der grossen Freiheit verführt sie einen Kaffeepflücker, der plant, in die USA zu fliehen. Dieser denkt aber nicht daran sie mitzunehmen.

Regisseur Jayro Bustamante ist in der Region der Cakchiquel-Maya aufgewachsen. Auch seine Darsteller leben dort. Daraus zieht die Geschichte Glaubwürdigkeit und Kraft. Diese packt er in faszinierende Bilder von weiten, kargen Landschaften, die jeden Ton schlucken. So ist es beängstigend still, wenn Mutter und Tochter zum Holz holen durch die Trostlosigkeit stapfen. Kein Wort zuviel, selbst die Schritte sind gedämpft. Das mag auch daran liegen, dass auf Musik verzichtet wird. Es gibt nichts zu beschönigen, das Leben ist hier hart und unerbittlich. Bustamante erzählt von einer Welt, die sich kaum verändert hat, an alten Riten und Überzeugungen festhält. Doch Träume wachsen auch in grösster Abgeschiedenheit, oder gerade dort. Bustamante zeichnet seine Hauptdarstellerin als starke, junge Frau, die sich ihrem Schicksal nicht kampflos ergeben will und gibt damit Gegengewicht, hebt die alte Welt ein wenig aus den Fugen.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«Ixcanul Volcano», Guatemala 2015, Regie: Jayro Bustamante, Besetzung: María Mercedes Coroy, María Telón, Manuel Antún; Verleih: trigon film, http://www.trigon-film.org

Kinostart: ab 5. November


Am Internationalen Filmfestival Kiew 2015 wurde «Ixcanul» mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. An der diesjährigen Berlinale gewann der Film ausserdem den Alfred-Bauer-Preis (Silberner Bär).

Vorpremieren:
Zug: 26. Oktober
Baden: 28. Oktober und 30. Oktober
Wettingen: 28. Oktober (in Anwesenheit des Regisseurs)
Bern: 30. Oktober
Schaan: 17. September
Zürich: 29. Oktober