10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Der deutsche Filmemacher Valentin Thurn geht nach «Taste the Waste», in dem er unsere Wegwerfgesellschaft schonungslos offenlegte, erneut dem globalen Ernährungsproblem auf den Grund. Diesmal stellt er sich die oben genannte Frage und reist, auf der Suche nach Antworten, einmal um die Welt. Dabei untersucht er die Möglichkeit der transgenen Pflanzenzüchtung sowie der künstlichen Fleischherstellung, die in den Laboren der grossen Konzerne eifrig vorangetrieben wird. Thurn besucht unabhängige Agrarbauern in Afrika und Indien – letzteres ein Land, dessen Einwohner sich in den nächsten Jahren immer mehr von der eigentlich vegetarischen Ernährung auf den Fleischkonsum verlegen werden. Er befragt auch Bio-Bauern in Deutschland und hält fest, dass regionales und saisonales Einkaufen den afrikanischen Kleinbauern zugutekäme.

Besonders interessant sind die von Thurn vorgestellten Konzepte der urbanen und solidarischen Landwirtschaft sowie das Projekt einer englischen Guerilla-Gärtnertruppe, von einer Frau initiiert, die Bahnsteige und Trottoirs bepflanzt und damit Lebensmittel für jeden zugänglich macht. Thurns Fazit am Schluss seiner Reise: Wir brauchen nicht nur genügend Lebensmittel, sondern auch solche, die sich die Menschen leisten können. Alles andere löst den Hunger in der Welt nicht. Ein wichtiger Film, der nicht proklamiert alle Antworten zu kennen, aber mögliche Lösungsansätze aufzeigt.

Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch

«10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?», Deutschland 2015, Regie: Valentin Thurn, mit: Johan Botterman, Kusum Misra, Andreas Gransee; Verleih: trigon, http://www.trigon-film.org; Filmwebsite: http://www.10milliarden-derfilm.de

Kinostart: 24. September 2015