Camino de Santiago

Sie sind aus den unterschiedlichsten Gründen unterwegs. Sie wollen sich selbst, Gott oder die Stille finden. Abseits der Zeit laufen sie auf dem Jakobsweg, der sie durch verschiedene Länder, abwechslungsreiche Landschaften und durch Orte führt, die sie vielleicht sonst nie gesehen hätten. Eine Mutter mit ihrem Sohn, der den Camino de Santiago als Ferienwunsch äusserte, ein Aussteiger, der kurz vor dem Burn-Out stand oder eine Frau, die einfach von der Wanderlust gepackt wurde. Ihre Geschichten fliessen zusammen zu einem gemeinsamen Ziel: Einen Weg zu gehen, den Menschen schon vor tausend Jahren gegangen sind und vielleicht in tausend Jahren noch gehen werden.

Nach «Panamericana» widmet sich Jonas Frei in seinem zweiten Dokumentarfilm, diesmal zusammen mit Manuel Schweizer, wieder dem Leben entlang und auf einer Reiseroute. Sie halten die unterschiedlichen Beweggründe der Pilger aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, England oder den USA in kurzen Statements fest und lassen dabei die Kamera immer ein Stück des Weges mit ihnen gehen. Dazwischen Momente der Ruhe, festgehalten in wunderschönen Naturaufnahmen. «Camino de Santiago» ist ein Film, der fasziniert, obwohl er selbst die Faszination, die von diesem Weg ausgeht, nicht erklären will. Er regt dazu an, selbst den Rucksack zu packen. Denn, so sagt es ein französischer Pilger: «Es gibt wichtigeres als Geld und Karriere. Auch das lehrt der Weg: Entscheidungen zu treffen.»

Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch

«Camino de Santiago», Schweiz 2015, Regie: Jonas Frei, Manuel Schweizer; Verleih: MovieBiz, http://www.moviebizfilms.com; Filmwebsite: http://www.santiagoelcamino.com

Kinostart: 26. März 2015