Danioth

Seit 64 Jahren thront der markante rote Teufel an der Felswand über der Brücke der Schöllenenschlucht. Geschaffen hat das Bild einer der bedeutendsten Schweizer Maler des 20. Jahrhunderts, der Urner Heinrich Danioth. Im eigenen Kanton allgegenwärtig, ist er im Rest der Schweiz heute leider in Vergessenheit geraten. Regisseur Felice Zenoni geht den Spuren des Künstlers jedoch so anschaulich und lebendig nach, dass jeder, dem der Name Danioth bislang kein Begriff war, froh ist eine neue Entdeckung gemacht zu haben. So erfährt der Zuschauer unter anderem, dass der Maler gleichzeitig ein begabter Schriftsteller war, erhält durch Tagebuchnotizen Einblick in sein Innenleben und bekommt eine Ahnung seiner Selbstzweifel sowie Existenzängste als Kunstschaffender zwischen zwei Weltkriegen.

Die Dokumentation wirdergänzt durch Archivfilme und lässt Familie, Freunde, Wegbegleiter sowie selbst Konkurrenten zu Wort kommen und ihre Erinnerungen teilen. Die Idee zu Danioth-Der Teufelsmaler entstammt ebenfalls einer Entdeckung. Felice Zenoni stiess nämlich mehr durch Zufall während Recherchen für einen anderen Film im Staatsarchiv Uri auf Aufnahmen über den Innerschweizer Künstler. Seither wusste Zenoni, dass er unbedingt einen Film über Danioth realisieren musste. Damit hat er nicht nur dem Künstler die erste visuelle Würdigung beschert, sondern auch einem eigensinnigen Charakterkopf etwas zutiefst Menschliches verliehen.

Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch

«Danioth – Der Teufelsmaler», Schweiz 2015, Regie: Felice Zenoni, Besetzung: Madeleine und Cilli Danioth, Max Dätwyler, Hans Erni; Verleih: Filmcoopi Zürich AG, http://www.filmcoopi.ch; Filmwebsite: http://www.Danioth-der-Teufelsmaler.ch

Kinostart: 15. Januar 2015