Kirchliche Preise in Venedig

(medientipp) Am 71. Filmfestival in Venedig haben die kirchlichen Jurys von Interfilm und Signis mit «Loin des hommes» denselben Film ausgezeichnet.

«Loin des hommes» spielt in Algerien 1954 und beruht auf einer Erzählung von Albert Camus. Zwei Männer, ein Europäer und ein Araber, befinden sich auf der Flucht durch die Wüste. Vom Tod bedroht, durchlebten sie tief menschliche Werte wie Brüderlichkeit, Bescheidenheit, Mut und Respekt und seien bereit, ihr Leben zu opfern, heisst es in der Begründung von Signis. Ferner halten die Signis-Jurymitglieder fest, «Loin des hommes» bezeuge die Notwendigkeit für Bildung und Dialog zwischen den Religionen und Kulturen.

Ihren Preis zur Förderung des interreligiösen Dialogs vergaben die drei Mitglieder der Interfilm-Jury ebenfalls David Oelhoffens «Loin des hommes». In der Begründung der dreiköpfigen Jury ist nachzulesen: «Der Film führt uns die existenzielle Entscheidung vor Augen, jederzeit korrumpierte kulturelle Normen, Vorurteile und Hass ausser Kraft setzen zu können. Die Geschichte, die David Oelhoffen erzählt, ist ein Aufruf zur Gleichheit, zum Leben und zur Anerkennung des anderen als unseren Nächsten.»

Beide Jurys vergaben je eine lobende Erwähnung: Signis für «99 Homes» von Ramin Bahrani und Interfilm für «Words with Gods», der die Komplexität und Unterschiedlichkeit religiöser Überzeugungen in verschiedenen kulturellen und sozialen Zusammenhängen zeige.

Signis-Jury 2014
Joachim Valentin, Deutschland – Jurypräsident
Massimo Giraldi, Italien
Michèle Debidour, Frankreich
Sergio Joel Ascencio Casillas, Mexiko
Sergio Perugini, Italien

Interfilm-Jury 2014
Tomas Axelson, Schweden
Ralf Meister, Deutschland – Jurypräsident
Anita Nipah, Italien