Diplomatie

Am 23. August 1944 steht Paris kurz vor der Befreiung durch die Alliierten. «Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen», lautet der Befehl Hitlers an den deutschen General und Stadtkommandanten Dietrich von Choltitz. Doch dieser weigert sich, die Stadt zu zerstören. Auf diesem historischen Ereignis basiert das Theaterstück von Cyril Gély, das wiederum Grundlage ist für Volker Schlöndorffs kammerspielartigen Film.

Die Handlung ist rein fiktiv. Sie spielt sich in einer einzigen Nacht ab, grösstenteils in einem Hotelzimmer: Durch einen Geheimgang gelangt der schwedische Generalkonsul Raoul Nordling zu General von Choltitz. Er will alles versuchen, um diesen davon abzuhalten, den Befehl auszuführen. Was tatsächlich den Ausschlag gibt, ist nicht eindeutig, aber Nordling bringt von Choltitz zum Nachdenken über Moral, Schuld und seine eigene Zukunft. Von Choltitz ringt mit sich; wird er den Befehl ausführen, hat er Millionen Menschen und ein grosses kulturelles Erbe auf dem Gewissen. Tut er es nicht, wird seine Familie vermutlich ermordet. Entsprechend entwickelt sich die Story stärker über die Dialoge als über Bilder und Ereignisse. Die beiden Hauptdarsteller verkörpern ihre Rollen mit grosser Intensität; und so ist der Film packend bis zuletzt – obgleich man bereits weiss, wie von Choltitz sich entscheiden wird.

Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch

«Diplomatie», Belgien, Frankreich, Deutschland 2014, Regie: Volker Schlöndorff; Besetzung: Niels Arestrup, André Dussollier, Robert Stadlober; Verleih: JMH Distribution, http://www.jmhsa.ch, Filmwebsite: http://www.diplomatie-lefilm.com

Kinostart: 28. August 2014

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