Neuland

Die jungen Menschen mit Migrationshintergrund, die oft im Niedriglohnbereich bei uns arbeiten, sieht man nach dem Dokumentarfilm mit anderen Augen. Möglicherweise haben sie einen ähnlichen Weg zurückgelegt, wie die 16 in «Neuland» Porträtierten, die ihre Heimat meist gegen ihren Willen verlassen mussten. Anna Thommen begleitet die Jugendlichen bei ihren ersten Gehversuchen in der Schweiz. Angeleitet und unterstützt werden sie von ihrem Klassenlehrer Christian Zingg, der die Integrations- und Berufswahlklassen in Basel unterrichtet. Er nimmt seine Verantwortung gegenüber seinen Schülerinnen und Schülern in berührender Weise wahr und hat ein klares Ziel: Er will den Neuankömmlingen zeigen, wie das Leben in der Schweiz läuft und ihnen bestenfalls zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. Dabei macht er sich und ihnen keine Illusionen, dass es schwierig ist, in einem fremden Land einen beruflichen Einstieg zu finden. Trotzdem wird er nicht müde, ihren Glauben an sich selbst und eine bessere Zukunft zu stärken.

«Neuland» ist ein bewegendes Portät junger Menschen und ihrer Hoffung auf eine neue Zukunft in einem für sie unbekannten Land fremder Sprache und Kultur. Sie bewegen sich dabei im Spannungsfeld von Integration und Heimweh, von traumatischer Vergangenheit und Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Die Figur des Lehrers Christian Zingg macht in besonderer Weise deutlich, wie wichtig es ist, dass jemand an sie glaubt.

Melanie Pollmeier, reformierte Pfarrerin in Kandersteg*
pollmeier.kkk@bluewin.ch

«Neuland», Schweiz 2014, Regie: Anna Thommen, Dokumentarfilm mit Ehsanullah Habibi, Nazlije Aliji, Christian Zingg, Ismail Aliji, Hamidullah Hashimi, Andreas Schultheiss; Verleih: Filmcoopi Zürich, http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.neuland-film.ch

Kinostart: 27. März 2014

*Melanie Pollmeier ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.