Watermarks – Three Letters from China
Drei Porträts aus unterschiedlichen Teilen Chinas erzählen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Landes und von Menschen aus allen Generationen. Da ist die junge Frau, die zufrieden ist mit ihrer Arbeit in einem Kohlenbaugebiet in Nordchina. Ihr Mann möchte lieber auf den Bauernhof seiner Eltern zurückkehren, doch der extreme Wassermangel macht das Leben dort fast unmöglich. Gegen die graue, staubige Kulisse wirkt das Dorf Jiuxiancun im Süden Chinas idyllisch – die Vergangenheit ist es nicht. Die Greuel der Kulturrevolution sind noch immer präsent, der Schmerz sitzt tief. Die dritte Station des Films ist die Stadt Chongqing in Mittelchina. Die 19-jährige Fischerstochter Chaomei will sich nicht auf ein Geschlecht festlegen lassen und hofft, den Sprung in ein selbständig gestaltetes Leben zu schaffen.
In dem facettenreichen Dokumentarfilm kommt viel vom Lebensgefühl und von Problemen in China zum Ausdruck – von den Auswirkungen der Kulturrevolution, der Ein-Kind-Politik über die Wasserknappheit bis zur Kluft zwischen Reich und Arm. Trotz dieser Dichte und nur 80 Filmminuten wirkt hier nichts schnell abgehandelt. Die Regisseure lassen den Menschen Zeit zum Erzählen, dokumentieren deren ruhigen Alltag. Das Wasser zieht sich dabei als roter Faden durch den Film; als Existenzgrundlage für Fischer und Bauern, aber auch als Element, das von der Umweltverschmutzung gefährdet ist.
Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch
«Watermarks – Three Letters from China», Schweiz 2013, Regie: Luc Schaedler; Verleih: Xenix Filmdistribution GmbH, Internet: http://www.xenixfilm.ch, http://www.watermarksthefilm.ch
Kinostart: 14. November 2013
Unterrichtsmaterial zum Film für den Einsatz in der Sekundarstufe 1 und 2 wird von ACHAOS (Kinokultur in der Schule) zur Verfügung gestellt.
