Am Hang
Die beiden Männer, die im Tessin zufällig aufeinandertreffen und ein Streitgespräch über die Liebe beginnen, haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam: Felix, ein eifriger Verfechter von Ehe und Treue spricht von seiner Gattin, der junge Thomas dagegen ist ein Frauenheld und erzählt von seiner Ex-Geliebten. Im Gegensatz zum Publikum wissen sie nicht, dass sie von derselben Frau reden. Als Felix schliesslich in den Erzählungen seines Gegenübers seine Ehefrau Valerie erkennt, lässt er sich nichts anmerken. Doch er steht ‹am Hang› und droht Valerie und Felix beim Sprung in den Abgrund mit sich zu reissen.
Auf den zweiten Blick haben die Männer mehr gemeinsam als ihre Beziehung zu Valerie: Sie gefallen sich unerträglich gut in ihren gegensätzlichen Rollen und Ansichten. Felix verrennt sich bis zum Gewaltexzess in romantischen Idealen, Thomas redet sich sein hedonistisches Verhalten schön. Zwischen diesen Extremen steht Valerie, deren Handeln in Rückblenden gezeigt wird. Ihr widersprüchliches emotionales Ringen kontrastiert die wortgewandt vorgetragenen Liebestheorien der Männer. Die daraus entstehende Spannung wird von Martina Gedeck, Henry Hübchen und Max Simonischek packend verkörpert und entwickelt. Markus Imbodens gekonnter Einsatz von Stilmitteln des Thrillers verleiht der Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Markus Werner zusätzliche Spannung.
Laura Lots, Praktikantin beim Medientipp
prakt@medientipp.ch
«Am Hang», Schweiz 2013, Regie: Markus Imboden, Besetzung: Henry Hübchen, Max Simonischek, Martina Gedeck; Verleih: Filmcoopi, http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.amhangfilm.com
Kinostart: 24. Oktober 2013
