To the Wonder
Nachdem Terrence Malick in seinem epochalen Film «The Tree of Life» die ganze Evolution mit einer Familiegeschichte verknüpft hat, konzentriert er sich in «To the Wonder» ganz auf das Wesen der Liebe: der Amerikaner Neil verliebt sich in die Französin Marina, als sie gemeinsam die französische Felseninsel Mont-Saint-Michel besuchen. Als jedoch Marina mit ihrer Tochter zu Neil in eine Kleinstadt nach Amerika zieht, beginnt ihr Liebesglück zu bröckeln. Von Heimweh und Einsamkeitsgefühlen geplagt, sucht Marina Trost bei Pater Quintana, der mit dem eigenen Glauben ringt und sich fragt, ob eine Liebe überhaupt ewig halten kann. Marina geht mit ihrer Tochter zurück nach Frankreich, wo sie glücklos bleibt. Neil seinerseits trifft seine Jugendfreundin Jane wieder und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Dennoch können Marina und Neil ihre Liebe nicht vergessen und versuchen einen Neuanfang.
«To the Wonder» ist nicht Malicks bester Film aber eine schöne Ode an die Liebe, die trotz Schmerz und Verlust ein Wunder ist. Mit der Figur von Pater Quintana wird die irdische Liebe der göttlichen Liebe gegenübergestellt und führt zur Frage, inwieweit das christliche Ideal der Liebe gelingen kann. Mit gewohnt betörenden Bildern und elegischer Musik schenkt Malick dem Beiläufigen grössere Bedeutung und zeigt damit, dass es auch bei der grossen Liebe um die kleinen unscheinbaren Momente geht.
Adrian Marbacher, Theologe und Filmemacher
adrian.marbacher@kath.ch
«To the Wonder», USA 2012, Regie: Terrence Malick, Besetzung: Ben Affleck, Rachel McAdams, Javier Bardem, Olga Kurylenko; Verleih: Ascot Elite Home Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch
Kinostart: 29. August 2013
